Wer hat nicht schon einmal eine der kleinen Sektflaschen verschenkt oder geschenkt bekommen? Als Reisebegleiter sind die Fläschchen überaus beliebt, da sie so gut in die Handtasche passen und den Kreislauf anregen, ohne dabei den Kopf zu überfordern. Die besten Junggesellinnenabschiede beginnen mit einem „Stößchen“ Piccolo und die von uns, die unter ein wenig Flugangst leiden, können die Nerven mit ein paar Schlückchen Prickelwasser vor dem Flug beruhigen. Aber woher kommt der Begriff Piccolo überhaupt und wann hat man damit begonnen, Sekt in kleine Flaschen zu füllen?

Italienische Wurzeln

Das Word „Piccolo“ ist italienisch und bedeutet „klein“. Das macht Sinn, denn der Piccolo ist im Vergleich zu einer handelsüblichen Sektflasche, die einen Inhalt von 0,75 Litern hat, mit seiner Füllmenge von 0,2 Litern deutlich kleiner. Den Begriff darf man nicht mit der österreichischen Bezeichnung für einen Kellner-Lehrling verwechseln. Die nächst größere Einheit für Sektflaschen lautet übrigens „Demi Bouteille“. Das ist wiederum Französisch und bedeutet „halbe Flasche“. Im Deutschen wurde der Piccolo lange mit „kk“ geschrieben, aber das ist mittlerweile durch die korrekte Schreibweise ersetzt worden.

Der Piccolo in Deutschland

Um das Jahr 1900 herum war die Viertelflasche vor allem bei Medizinern und Apothekern bekannt und kam immer dann ins Spiel, wenn Sekt zu medizinischen Zwecken verschreiben wurde. Der Piccolo sollte besonders bei Kreislaufschwäche helfen. Auch heute heißt es ja manchmal, dass man den Tag mit einem Gläschen Sekt starten soll, wenn man den Kreislauf schnell in Gang bringen will. Daher stammt natürlich auch das Sektfrühstück. Etabliert hat den Begriff „Piccolo“ die Sektkellerei Henkell Mitte der 1930er Jahre. Da dabei die deutsche Schreibweise, also „Pikkolo“ gewählt wurde, konnte Henkell die Bezeichnung als Markenzeichen eintragen und schützen lassen. Das hatte zur Folge, dass die Bezeichnung Piccolo heute für alle kleinen Sektflaschen (und auch Weinflaschen, da allerdings mit 0,25 Litern Füllmenge) gebraucht wird. Das Phänomen kennen wir alle wahrscheinlich von Taschentüchern. Prägend war auch die Werbefigur, ein kleiner und flinker Kellner, der zum Markenzeichen für den Henkell-Pikkolo wurde.

Der Piccolo heute

Wie bereits erwähnt, ist der Begriff Piccolo heute ein Synonym für sämtliche kleinen Sekt- und Weinflaschen. Die werden vor allem dort verkauft, wo Menschen mobil sind oder nach einer praktischen Lösung suchen. Deshalb findet man den Piccolo besonders häufig und in großer Auswahl an Bahnhöfen. Da er meist mit einem Schraubverschluss daherkommt, ist er unterwegs leicht zu öffnen. Im Gepäck oder der Manteltasche nimmt er kaum Platz weg und auf dem Weg in die Disco ist er der ideale Begleiter. Wir freuen uns jedenfalls jedes Mal, wenn der Schraubverschluss knackt und das leise Zischen der Kohlensäure eine prickelnde Zeit verspricht. 🙂

Bis Bald und lieben Gruß

Sabrina